
Pfarrgasse
Das bekannte Nest in der Pfarrgasse ist im Winter von Störchen besetzt.
Winter 2026/27 im Ries
Einige Weißstörche bleiben auch in der kalten Jahreszeit bei uns. Hier dokumentieren wir die bekannten besetzten Nester und erklären, wie die Tiere mit dem Winter zurechtkommen.
Bekannte Winterquartiere
Die Übersicht zeigt den derzeit bekannten Stand für Oettingen, Möttingen, Nördlingen und Löpsingen.

Das bekannte Nest in der Pfarrgasse ist im Winter von Störchen besetzt.
Ein Storchenpaar überwintert auf dem Nest am Strommast in der Hauptstraße.
Auch am Tanzhaus auf dem Marktplatz sind Winterstörche bekannt.
Am Nest bei der Firma Lessmann in der Nürnberger Straße sind Winterstörche bekannt.
In der Ortsmitte bei der Kirche sind Winterstörche bekannt.
Trotz 49 Sommer-Paaren überwintert im Winter 2026/27 kein einziges Storchenpaar in Oettingen.
Wissen über Winterstörche
Ein Weißstorch, der im Dezember oder Januar auf seinem angestammten Nest sitzt, ist keineswegs automatisch in Gefahr. Die Tiere sind wesentlich widerstandsfähiger gegen Kälte, als viele Menschen vermuten.

Zugverhalten
Ursprünglich war der Weißstorch ein klassischer Zugvogel, der im Spätsommer Deutschland verließ und in Afrika überwinterte.
Mittlerweile haben sich drei unterschiedliche Verhaltensweisen etabliert:
Fliegen weiterhin bis nach Afrika.
Überwintern beispielsweise in Spanien oder Südfrankreich.
Verbringen den gesamten Winter in Deutschland, teilweise in unmittelbarer Nähe ihrer Brutplätze.
In vielen Regionen Deutschlands gibt es mittlerweile weniger lang anhaltende Frostperioden und kürzere Phasen mit geschlossener Schneedecke.
Dadurch bleiben Nahrungsquellen länger zugänglich.
Einige Störche haben gelernt, auch im Winter ausreichend Nahrung zu finden.
Sie nutzen unter anderem:
Alter
Hier muss man zwischen einem Storch, der tatsächlich seinen eigenen Brutplatz besetzt, und einem Storch, der lediglich in Deutschland überwintert, unterscheiden.
Weißstörche erreichen ihre Geschlechtsreife normalerweise im Alter von drei bis vier Jahren.
Erst dann beginnen sie üblicherweise, eigene Brutreviere zu besetzen.
Wenn also ein Storchenpaar im November, Dezember oder Januar auf seinem seit Jahren bekannten Nest sitzt, handelt es sich wahrscheinlich um erwachsene Brutstörche.
Die Tiere sind dann typischerweise mindestens drei bis vier Jahre alt, können aber durchaus zehn, fünfzehn oder noch mehr Jahre alt sein.
Gefahren
Nicht die Kälte ist das Hauptproblem, sondern der mögliche Nahrungsmangel.
Das ist die wichtigste winterbedingte Gefahr.
Wenn über einen längeren Zeitraum Schnee liegt und der Boden tief gefroren ist, werden zahlreiche Nahrungsquellen unerreichbar.
Regenwürmer befinden sich dann tiefer im Boden, Mäuse sind schwerer aufzuspüren und kleinere Gewässer können zufrieren.
Entscheidend ist dabei weniger die absolute Temperatur als die Dauer der schlechten Nahrungsbedingungen.
Minusgrade sind für einen gesunden, erwachsenen Weißstorch zunächst kein großes Problem.
Sein dichtes Gefieder und seine Daunen schützen ihn gut.
Gesunde Störche können bei ungünstiger Witterung ein bis zwei Wochen mit sehr wenig oder sogar ohne Nahrung auskommen.
Das ist allerdings keine Garantie, dass jeder Storch eine solche Hungerperiode überlebt. Körperzustand, Energiereserven und Witterungsverlauf spielen eine entscheidende Rolle.