Storchenfreunde Oettingen / Nördlingen
Tagebuch›Nördlingen›08.06.2026

Nördlingen · Storchentagebuch

Die Beringungstour – 49 Jungstörche im Nördlinger Ries

Beringer-Team gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz – Bild: Heidi Källner
© Heidi Källner

Das Tagebuch der Störche im Nördlinger Ries, eine neue Seite ist längst fällig. Und so erzähle ich heute über den letzten Einsatz:

Die Beringungstour

Die Jugend der Glücksbringer, sie wächst und gedeiht so schnell – da heißt es beobachten, notieren, abwägen. Der richtige Zeitpunkt, der muss abgewartet werden. Nicht zu jung und auch nicht zu alt, d.h. ab der dritten Lebenswoche bis zur sechsten Lebenswoche darf es sein. In diesem Zeitraum fallen die Störche bei so einer für sie „feindlichen" Begegnung in Akinese, sie stellen sich tot. Nach der sechsten Lebenswoche würden sie flüchten und aus dem Nest springen, wohl in den Tod. Sie sind da ja noch nicht flügge.

Das ist heuer gar nicht so einfach bei den vielen Nestern im Nördlinger Ries.

Apropos Nördlinger Ries: dazu gehören 23 Ortschaften mit insgesamt 109 Nestern, die mit Störchen „gesegnet" sind. Ja, sie bringen Glück – sicher auch Schmutz und manchmal sogar Ärger. Und dafür gibt es Hilfe und auch Lösungen. Denn – solange die Störche bei uns wohnen wollen, solange scheint die Natur im Nördlinger Ries noch im „grünen" Bereich zu sein. Wenn das Futterangebot knapp wird, sich die Umwelt drastisch verändert – sie werden wieder abwandern. Das war schon einmal damals in den Jahren der Flurbereinigung.

Jetzt zurück zum eigentlichen Thema – die Beringung. Wir waren unterwegs, wir – das Team der offiziellen Beringer – mit der Freiwilligen Feuerwehr von Nördlingen und auch Oettingen. 49 Jungstörche haben wir erreicht. Das ist nicht viel bei der großen Zahl der eigentlich über 200 jungen Nachkommen. Störche bauen auf hohen Dächern, Bäumen und Strommasten, sind dadurch für normale Einsätze oft unerreichbar.

Die Personalausweise – die „Elsa Ringe" – sind angelegt in:

Nördlingen · Oettingen · Reimlingen · Möttingen · Rudelstetten · Löpsingen · Auhausen · Megesheim · Holzkirchen

Heuer trägt mancher Jungstorch zusätzlich einen Senderring – einen Ring mit einer Solarzelle – um ihre Bewegungen und Überlebensraten zu verfolgen und zu studieren. Seine Reise in den Süden hin und auch zurück, sie kann man dadurch begleiten. Die Rückkehr wird nicht so schnell sein – aber der Standort, wo immer er sich aufhält, das verrät ihn dann in der „animal tracker App". Für die Storchenfreunde bestimmt eine interessante Info.

Blick ins Traditionsnest auf dem Tanzhaus

Noch zum Schluss der Blick ins Traditionsnest auf dem Tanzhaus in Nördlingen. So bekommt man manchmal traurige Dinge zu sehen, die man von der Ferne oftmals nicht entdeckt. Das Traditionspaar auf dem Tanzhaus, einer vom HP hat einen Fuß verloren. Die Wunde ist sauber verheilt, er / sie steht auf einem Bein.

Vor ein paar Wochen ist dieser Storch auf den Wiesen schon aufgefallen, sein Bein hing beim Fliegen immer etwas schräg. Beim Laufen beobachtet, es wurde schwarz – jetzt geht er dort langsam humpelnd. ABER wenn man ihm zu nahe kommt, fliegt er weg. Jetzt ist ein Stück vom Mittelfuß mit den vier Zehen „abgefault" und das ohne Blutvergiftung, wie es scheint. So kann man sagen, dass sich hier die Natur selbst hilft/geholfen hat. Er kann fliegen, sich selbst ernähren – und ist frei. Sein Alter: etwa 23 Jahre.

Dann bis zum nächsten Mal, viele liebe Grüße Eure Heidi Källner

Bilder zum Bericht

Jungstorch wird vorsichtig zurück ins Nest gesetzt – Bild: Heidi Källner
© Heidi Källner
„Elsa Ring" und Senderring mit Solarzelle am Bein eines Jungstorchs – Bild: Heidi Källner
© Heidi Källner
Jungstörche in Akinese – sie stellen sich bei der Beringung tot – Bild: Heidi Källner
© Heidi Källner
Blick vom Daniel über die Nördlinger Dächer – Bild: Heidi Källner
© Heidi Källner
Kirchturm Daniel mit Storchennestern auf den Dächern – Bild: Heidi Källner
© Heidi Källner
Storch auf dem Dach in der Nördlinger Altstadt – Bild: Heidi Källner
© Heidi Källner
Traditionsnest auf dem Tanzhaus – das Paar mit Nachwuchs – Bild: Heidi Källner
© Heidi Källner
Tanzhaus-Storch – einer hat einen Fuß verloren, die Wunde ist verheilt – Bild: Heidi Källner
© Heidi Källner
Das Traditionspaar auf dem Tanzhaus in Nördlingen – Bild: Heidi Källner
© Heidi Källner
Beringung auf dem Nest in Nördlingen – das Team bei der Arbeit – Bild: Heidi Källner
© Heidi Källner
Einsatz der Feuerwehr-Drehleiter in Reimlingen – Beringung mitten im Ort – Bild: Heidi Källner
© Heidi Källner
Drehleiter der Feuerwehr Nördlingen am Storchennest in Möttingen – Bild: Heidi Källner
© Heidi Källner